Samstag, 25. Mai 2013

Dredd



 

Dredd (OT: Dredd, Südafrika/Großbritannien 2012, Regie: Pete Travis)

Handlung: Mega City One ist eine gigantische Metropole in der düsteren Zukunft Amerikas. Rund 800 Millionen Menschen wohnen in der Stadt, wo Gewalt, Chaos und Verbrechen herrschen. Die Außenwelt um Mega City One herum ist unbewohnbar, dort gibt es nur Dürre, Schmutz und Staub. Das Hauptproblem dieser Stadt der Zukunft ist die Kriminalität. Sogenannte Judges versuchen tagtäglich für Recht und Ordnung zu sorgen. Sie sind Polizei, Richter und Henker in einer Person. Todesurteile werden oft vor Ort durchgeführt. Der Judge Dredd und seine „Azubine“, Cassandra Anderson, legen sich mit der Drogenbaronin Ma-Ma an, als sie einen ihrer Handlanger zu fassen kriegen und abführen wollen. Doch sie haben die Rechnung ohne Ma-Ma gemacht. Sie lässt den gigantischen Hochhauskomplex, in dem die Gefangennahme stattfand, abriegeln und hetzt die gesamte Einwohnerschaft dieses Hochhaus-Slums auf die beiden Judges. Ein aussichtsloser Kampf ums Überleben beginnt...

Kritik: Dies ist der zweite Versuch der Verfilmung des Comics „Judge Dredd“ aus der legendären britischen Comicreihe „2000 A.D.“. Die erste Kinoadaption gab es 1995 mit Sylvester Stallone („Judge Dredd“, Regie: Danny Cannon). Glaubt man den Comicfans und Kennern der Vorlage, so ist „Dredd“ die adäquatere Verfilmung. Das zeigt allein die Diskussion um die Helmtragedauer des Judges. Sylvester Stallone hat in dem Film von 1995 seinen Helm „nur“ runde zwanzig Minuten getragen (na klar, man wollte schließlich mit dem berühmten Gesicht Kasse machen). Der Dredd der 2012er-Version nimmt seinen Helm, so wie im Comic, niemals ab. Die Nähe zur literarischen Vorlage ist für mich aber kein Qualitätskriterium. Ich beurteile den Film, und der hat mir ausgezeichnet gefallen. Alleinige wirkliche Identifikationsfigur ist Olivia Thirlby, die die Mutantin und Judge-Anwärterin Anderson spielt. Ihre Figur ist die einzige, die Gefühle und Skrupel zeigt, die von inneren Konflikten beherrscht wird, in dieser kalten Zukunft menschlich wirkt. Thirlby darf ihren hübschen Kopf über die gesamte Laufzeit des Films präsentieren. Sie muss keinen Helm tragen, denn der würde ihre außergewöhnlichen telepathischen Fähigkeiten stören. Das war es dann aber auch schon mit dem Tiefgang. Es reicht aus, dass man mit den beiden Hauptfiguren mitzittert, zumal die Antiheldin Ma-Ma schablonenhaft und eindimensional böse dargestellt wird. Lena Headey (bekannt aus „Game of Thrones“) interpretiert ihre Rolle allerdings hervorragend. Der Film spielt fast die gesamte Zeit in dem Hochhauskomplex, der jedoch so riesig und weitläufig ist (wie eine kleine Stadt), dass das kein Nachteil ist. Die schmutzige Zukunftsvision und das Design von Mega City One überzeugen. Mit seiner spannenden, blutigen und gewalthaltigen Handlung unterhält der Film über die gesamte Lauflänge und es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Die durchgängig düstere Grundstimmung und tolle visuelle Effekte machen den Film zu einem Erlebnis. Besonders auch die Splatterszenen in Ultrazeitlupe haben es in sich. Und diese Zeitlupenaufnahmen sind nicht nur filmästhetisch motiviert, sondern auch diegetisch. Die Drogenbaronin Ma-Ma verkauft eine Droge namens Slo-Mo. Wer sie inhaliert, erlebt alles um sich herum in Zeitlupe. Sowohl die sadistische Ma-Ma als auch Dredd haben natürlich herausgefunden, was man damit alles anstellen kann, besonders bei Exekutionen. Diese Szenen sind für mich ein Highlight des Films. Wer SciFi und Action mag: unbedingt anschauen!


Bilder, die im Gedächtnis bleiben: Ma-Ma gibt in Slo-Mo den Löffel ab // Mega City One // Aufnahmen der Stadt und ihrer Bewohner aus Vogelperspektive // Slo-Mo-Junkies werden erschossen, in Slo-Mo...

Bewertung: (7/10)