Freitag, 28. Juni 2013

Cabin of the Dead




Cabin of the Dead (OT: Wither, Schweden 2012, Regie: Sonny Laguna, Tommy Wiklund)

Handlung: Das Paar Ida und Albin fährt mit einigen Freunden in eine abgelegene Hütte im Wald, um dort einen entspannten Urlaub zu verbringen. Schon auf der Fahrt dorthin wird kräftig gefeiert und getrunken. Doch etwas Grauenhaftes, das unter der Hütte sein Unwesen treibt, hat auf die unvorsichtigen Reisenden nur gewartet, die in ausgelassener Stimmung dort ankommen. Ein weibliches Mitglied der Gruppe macht im Keller als Erste mit einem bösen Dämon Bekanntschaft und verwandelt sich daraufhin selbst in eine dämonische Kreatur, die ihre Freunde angreift. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt...

Kritik: Der Plot erinnert natürlich stark an Sam Raimis Klassiker „Tanz der Teufel“ (1981) und das Remake „Evil Dead“ (2013). Nicht wenige Kritiker sind der Meinung, dass „Cabin of the Dead“ mit viel mehr Herzblut und Liebe zum Genre gemacht worden ist als zum Beispiel der aktuelle „Evil Dead“. Ich bin auch der Meinung, dass „Cabin of the Dead“ mit einem geschätzten Budget von rund 30000-40000 Euro überraschend gut geworden ist. Man merkt den schwedischen Machern des Films ihre Liebe zum Genre an. Atmosphärisch besonders starke Szenen hat der Film am Anfang, als eine junge Frau aus der Gruppe im Keller dem Dämon Aug in Aug gegenübersteht und sich danach langsam ebenfalls in eine dämonische Kreatur verwandelt (Toilettenszene!). Sie fällt eine Freundin an, der sie die Oberlippe abbeißt, und dann breitet sich das ansteckende Böse schneller aus, als man „Dein Gesicht sieht aus wie eine Pizza“ sagen kann. Ein Teil der Gruppe will die Hütte verlassen und fliehen, der Rest will auf die Polizei warten, die per Handy gerufen wurde. Die richtige Entscheidung trifft natürlich niemand, und am Ende sehen sich alle in der Hütte wieder.

Während sich „Cabin of the Dead“ in der ersten Hälfte ansatzweise noch in den Bahnen des narrativen Kinos bewegt, wird diese Ambition sehr bald aufgegeben. Die zweite Hälfte des Films beschränkt sich dann lediglich noch auf eine Bebilderung des Gemetzels, das in der Hütte stattfindet, des Kampfes zwischen Menschen und ehemaligen Menschen. Nur noch am Rande wird so etwas wie innere Konflikte dargestellt, wenn zum Beispiel Albin zusehen muss, wie sich seine Freundin langsam in eine Dämonin verwandelt, er es aber nicht fertigbringt, sie zu töten. Hauptsächlich zelebriert der Film seine Special Effects, wenn es darum geht, menschliche oder dämonische Körper zu zerlegen. Atmosphäre generiert der Film vor allem aus der Örtlichkeit, der maroden alten Hütte mit den kleinen, dunklen Zimmern und der tödlichen Gefahr, die in und hinter jeder Ecke lauern könnte. „Cabin of the Dead“ ist ein schmutziger kleiner Film, so schmutzig wie die Dämonin, die sich aus ihrem schlammigen Grab erhoben hat. Einen ausgefeilten Spannungsbogen wird man hier nicht finden, aber den braucht der Film auch nicht. Er ist das, was er ist, und sollte auch nur mit seinesgleichen verglichen werden. „Cabin of the Dead“ ist Gorehounds und Splatterfans zu empfehlen, die sich an abgetrennten Gliedmaßen, gepfählten Körpern, Gedärmen und spritzendem Blut delektieren können. Im Rahmen seiner Möglichkeiten ist der Film sehenswert.

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: junge Frau steht im Keller einem Dämon gegenüber, verdreht die Augen // weinende Dämonin // Gesicht mit abgetrennter Oberlippe

Bewertung: (6/10)