Montag, 3. Juni 2013

The Ghostmaker





The Ghostmaker (OT: Box of Shadows, USA 2011, Regie: Mauro Borrelli)

Handlung: College-Student Kyle arbeitet nebenbei als Entrümpler. Eines Tages überlässt ihm eine alte Frau einen Sarg und bittet Kyle, den Sarg zu entsorgen. Doch der Student hält sich nicht an sein Versprechen und nimmt den Sarg mit zu sich nach Hause. Zusammen mit zwei Freunden kommt er hinter das Geheimnis des Sarkophags, in dem sich ein komplizierter Zahnradmechanismus mit Spieluhr befindet. Es handelt sich um eine „Geistmaschine“ aus dem 15. Jahrhundert. Wird die Spieluhr einmal in Gang gesetzt, kann derjenige, der im Sarg liegt, seine sterbliche Hülle verlassen und als unsichtbarer Geist umherlaufen. Die Freunde probieren nacheinander den Sarg aus. Besonders Kyle und sein querschnittsgelähmter Mitbewohner Sutton sind fasziniert von den Möglichkeiten, die sich auftun...

Kritik: Dieser kleine, feine Gruselfilm ist im Grunde eine Mischung aus „Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben“ und diversen Verfilmungen des Romans „Der Unsichtbare“ von H. G. Wells. Die Thematik von „Flatliners“, die Nahtod-Erfahrung und das Überschreiten der Grenze von Leben und Tod, ist hier jedoch von untergeordneter Bedeutung, nur Ausgangspunkt der Handlung. Die drei Freunde, die in „The Ghostmaker“ den Sarg benutzen, haben zwar Visionen von einem dunklen Wesen mit schwarzem Umhang und Zahnrädern im Gesicht. Doch dieses dunkle Wesen spielt, abgesehen vom Ende, eigentlich gar keine so große Rolle in dem Film. Der Film entwickelt sich eher in die Richtung „Der Unsichtbare“. Die Protagonisten durchleben, mehr oder weniger, Wesensveränderungen und benutzen die Maschine für profane, egoistische Zwecke. Der drogenabhängige Kyle nutzt das Unsichtbarsein, um einen Raub vorzubereiten und an Drogen zu kommen. Der querschnittsgelähmte Sutton, der als Unsichtbarer/Geist gehen kann, nutzt seinen Vorteil, um sich den Körper seiner Angebeteten, Kyles Freundin, mal genauer anzuschauen. Während Kyle irgendwann einsieht, dass der Sarg am besten zerstört werden sollte, weil von ihm nichts Gutes ausgeht (der Dritte der Freunde ist unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen und hat eine Warnung hinterlassen), ist Sutton dem Bösen absolut verfallen. Er entführt Kyles Freundin und will sie zwingen, mit ihm in den Sarg zu gehen. Gleichzeitig will er Kyle töten. Diese Konstellation führt zu einem recht spannenden Finale. Der mit geringem Budget entstandene „The Ghostmaker“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Die Geschichte wird schnörkellos erzählt und die 91 Minuten vergehen wie im Flug. Der Film zeichnet sich durch eine durchgängig düstere Atmosphäre aus, verzichtet dabei auf Härten und Gewaltspitzen. Auch Schockmomente halten sich in Grenzen. Für Freunde des gepflegten Grusels aber absolut empfehlenswert.

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: die Protagonisten als Geistwesen // das dunkle Wesen mit Zahnradgesicht // Sutton, der sich als Geist mal anschaut, wie Frauen beim Duschen aussehen

Bewertung: (6,5/10)