Sonntag, 5. Mai 2013

Primal


 

Primal (Australien 2010, Regie: Josh Reed)

Handlung: Ein Anthropologie-Student und dessen fünf Freunde fahren ins australische Outback, um sich 12000 Jahre alte Höhlenzeichnungen von Aborigines anzuschauen. Als ein Mädchen aus der Gruppe, die blonde Mel, nachts nackt in einem See badet, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ihr ganzer Körper ist von Blutegeln übersät. Mit Salz gelingt es ihren Freunden zwar, die lästigen Parasiten zu entfernen. Doch in der Nacht bekommt sie Fieber und verwandelt sich in eine Art dämonenartigen Urmenschen mit messerscharfen Zähnen. Sie kennt nur noch die Instinkte Fressen und Territoriumverteidigen und wird für ihre Freunde zur tödlichen Gefahr...

Kritik: Dieser australische Horrorfilm bietet routinemäßig inszenierte, genretypische Kost. Das Rezept: Man nehme eine Gruppe junger Menschen, isoliere sie an einem abgelegenen Ort und konfrontiere sie mit dem absolut Bösen. Ein Überlebenskampf beginnt. Am Ende lebt meist nur noch eine, meist weibliche Person (Final-Girl). „Primal“ ist der erste Spielfilm des Regisseurs Josh Reed (insofern ist „routinemäßig inszeniert“ als Kompliment zu verstehen), und der Film funktioniert recht gut. Schnell nimmt er an Fahrt auf und lässt den Zuschauer und die Protagonisten bis zum Ende nicht mehr zur Ruhe kommen. Dabei fließt viel Blut, und nicht jeder der sechs Freunde beendet den Film in einem Stück. Krew Boylan (Mel) spielt die im wahrsten Sinne des Wortes rasende Urmenschen-Dämonin. Die Rolle verlangt ihr zwar nicht alle Facetten der Schauspielkunst ab, aber das, was sie auf die Leinwand bringt, wirkt überzeugend. Für ihre durchdringenden Schreie wurde übrigens das Gekreische diverser Tiere (u. a. Ozelot und Puma) verwendet, das man mit ihren eigenen Stimmkreationen mischte. Das ist wirklich gelungen, ebenso wie einige Kameraeinstellungen (besonders in den Nachtszenen) und ein paar nett gesetzte Schockmomente. Eine abschließende Verbeugung vor dem Klassiker „Tanz der Teufel“ wird der Genrekenner ebenfalls entdecken...

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: aufgespießtes Kaninchen mit Monsterzähnen // Insekten zerfressen Autoreifen // nackte Mel mit Blutegeln // zerrissener Körper // Vergewaltigungsszene in der Höhle // „Schwangere“ schneidet sich den Bauch auf // Mels Dämonengesicht

Bewertung: (7/10)