Dienstag, 21. Mai 2013

Silent Hill Revelation


 


Silent Hill Revelation (OT: Silent Hill: Revelation 3D, Frankreich/USA/Kanada 2012, Regie: Michael J. Bassett)

Handlung: Die Handlung schließt direkt an die Ereignisse des ersten Teils an. Rose und ihre Tochter Sharon sind in Silent Hill gefangen. Rose kann jedoch durch einen Spiegel mit ihrem Mann Christopher Kontakt in der realen Welt aufnehmen und schafft es, ihm Sharon mit einem Amulett zu schicken. Rose bleibt jedoch dort, um den Kult, der Sharon in seiner Gewalt haben will, abzulenken. Diesen Teil der Handlung erfahren wir durch eine Rückblende. Der Film spielt Jahre später: Sharon hat keine Erinnerung an die Ereignisse in Silent Hill und Christopher lässt sie in dem Glauben, dass ihre Mutter bei einem Autounfall starb. Sharon (die sich jetzt Heather nennt) und Christopher (der sich jetzt Harry nennt) sind seit Jahren auf der Flucht vor den bösen, unheimlichen Mächten von Silent Hill. Sie wechseln ständig Aufenthaltsorte und Identitäten. Sharon denkt, das habe mit einem Verbrechen ihres Vaters zu tun. Sie wird jedoch ständig von Albträumen geplagt, in denen sie sich im Vergnügungspark von Silent Hill wiederfindet. Als sie an ihrem 18. Geburtstag von der Schule zurückkommt, ist ihr Vater verschwunden. Im Haus findet sie an einer Wand die mit Blut geschriebene Nachricht: „Come to Silent Hill!“ Mit einem Mitschüler macht sie sich auf den Weg dorthin, um ihren Vater zu retten...

Kritik: „Silent Hill Revelation“ ist ein in jeder Beziehung gelungener Horrorfilm. Er hat alles, was sich der Fan des fantastischen Horrors nur wünschen kann: Visionen im Spiegel, Albträume, Splatter (abgetrennte Finger und reihenweise abgetrennte Unterarme, Menschen im Schlachthaus, die wie Schweine ausgenommen werden), eine Vielzahl gruseliger Monster und Wesen (u. a. eine Art Spinnenmonster mit menschlichen Köpfen), eine gute Geschichte und eine durchgängig düstere, bedrohliche Atmosphäre sowie glaubwürdige Darsteller. Besonders beeindruckend fand ich die Szene, in der Heather durch das nebelige Silent Hill geht und unheimliche Gestalten mit weißen Gesichtern sie aus den Fenstern heraus beobachten. Kaum Handlung, aber Atmosphäre pur!

Vorlage für den Film war das Videospiel „Silent Hill 3“ von Konami. Das merkt man „Silent Hill Revelation“ in dem Moment an, in dem Heather ein Gebäude in Silent Hill betritt. Zocker werden sich an unzählige Spiele erinnert fühlen, in denen sie ihre Figur durch Gebäude leiten, Treppen rauf- und runtergehen, Räume und Gegenstände erkunden und mit Rundumblicken immer wieder in alle Richtungen schauen, weil die Gefahr überall lauert. Das alles tut Heather hier auch, und diese Videospiel-Ästhetik funktioniert, kreiert eine unheimliche Spannung und Erwartungshaltung beim Zuschauer.

Die Kameraarbeit trägt ihren Teil zur spannenden Atmosphäre bei. Mal beobachtet die Kamera die Heldin aus Aufsichtperspektive, dann verfolgt sie sie in Parallelfahrt, und im nächsten Moment begleitet sie die Hauptfigur von hinten. Einmal holt die Kamera das Monster für die Heldin buchstäblich ab. Ja, richtig gelesen. Als Heather in ihrer neuen Schule eine Vision hat, findet sie sich plötzlich in einem finsteren, dunklen Gang wieder. Die Kamera bewegt sich rückwärts von der Heldin weg. Heather ist nur noch klein in der Ferne zu sehen. Dann kommt links im Vordergrund, groß, eine dieser folierten Silent-Hill-Kreaturen ins Bild. Die Kamera, offensichtlich befriedigt, das im Bild zu haben, was sie suchte, stoppt und fährt nun rasant in die andere Richtung, wieder direkt auf Heather zu. Diese schreit vor Entsetzen, ist es doch offensichtlich nicht nur die Kamera, die sich ihr rasend schnell nähert. Klasse! Insgesamt ein absolut gelungenes Sequel, atmosphärisch und mit tollen Effekten. Dass das Ende nach einer weiteren Fortsetzung schreit, ist in diesem Fall kein Manko, sondern hoffentlich ein Versprechen...

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: eine gefangene Frau wird in eine Schaufensterpuppe verwandelt // Alessa, die böse „Schwester“ von Heather, die ein bisschen so aussieht wie eine durchgeknallte Tochter von Michael Jackson // Männer an Fenstern beobachten Heather in Silent Hill // Pyramid Head, eine Art Gladiator mit Pyramidenhelm // Spinnenmonster mit Köpfen // kopfüber hängende Menschen werden ausgeweidet // die Verwandlung der Sektenführerin // die Nurses // großer Plüschhase und Plüschhasen in Folie // Karussellfahrt u. v. m.

Bewertung: (8/10)