Montag, 27. Mai 2013

The Collection - The Collector 2





The Collection – The Collector 2 (OT: The Collection, USA 2012, Regie: Marcus Dunstan)

Handlung: Der „Collector“ (Randall Archer) ist wieder da und verbreitet in einer Diskothek Angst und Schrecken. Er riegelt das Gebäude ab, und nahezu alle Besucher fallen seiner Tötungsmaschinerie zum Opfer. Arkin (Josh Stewart) entkommt nur mit größter Not aus der Kiste, in die ihn der Collector gesteckt hat. Die junge Elena (Emma Fitzpatrick) befreit Arkin, der sich mit einem Sprung aus dem Gebäude retten kann. Zuvor muss er jedoch mit ansehen, wie Elena vom Collector gepackt und weggebracht wird. Arkin liegt nach dem Anschlag im Krankenhaus und wird dazu überredet, sich mit einem von Elenas Vater beauftragtem Team auf die Suche nach dessen Tochter zu begeben. Denn Arkin ist der Einzige, der dem Sammler je lebend entkommen konnte. Tatsächlich kann Arkin das von Elenas Vater beauftragte Befreiungskommando zum Haus des Sammlers führen. Arkin und das schwer bewaffnete Team betreten das Gebäude und merken bald, dass sie in den Fallen sitzen...

Kritik: Nachdem ich den Film nun in der ungeschnittenen Fassung gesehen habe, bin ich zu einer Neubewertung gekommen. Dies ist natürlich kein Film, der von einer ausgefeilten Story zehrt. Dem Zuschauer wird zu wenig Gelegenheit gegeben, sich mit den Personen, die auch nicht immer logisch handeln, wirklich zu identifizieren. Und auch über die Motivation des Täters erfährt man wenig. Dieser Film lebt von den Schauwerten (Fallen und Tötungsarten) und der Atmosphäre in der Diskothek (Anfangsgemetzel) sowie später in dem weitläufigen Haus des Collectors. Und das macht die narrativen Schwächen allemal wett. Wenn das Kennwort zum Eintritt in die Disco „Nimmermehr“ lautet, was natürlich eine Anspielung auf Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“ ist, dann ahnt der erfahrene Horrorfilmfan, dass sich die Diskothek schnell in ein Grab verwandeln könnte. Schwarz wie ein Rabe kommt dann auch der Collector daher, der sich seine Opfer zunächst aus der Vogelperspektive anschaut, bevor er die Tötungsmaschinerie in Gang setzt. Das Haus, in dem der Collector seine Opfer gefangenhält und foltert, ist der ideale Raum für einen Horrorfilm. Mit seinen vielen engen Gängen und unterschiedlichen, aber immer eher unübersichtlichen, weil dunklen Zimmern sind die idealen Voraussetzungen geschaffen, um die Spannungsschraube noch mal anzuziehen. Und das gelingt dem Film. Die zahlreichen, oft unmotivierten Schnitte, die ich in meiner ersten Besprechung kritisierte, waren zum größten Teil den Zensoren zu verdanken. In der Uncut-Version lässt sich die Kamera schon die nötige Zeit, wenn es sein muss, und zeigt genau, woran zum Beispiel die an die Wand genagelt Frau stirbt. Und es gelingt dem Film, auch zwischen den Highlights der Tötungsszenen, permanent eine düstere, bedrohliche Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Ein eindeutig überdurchschnittlicher Horrorfilm, der einem kaum Zeit zum Durchatmen lässt und noch dazu starke Bilder und eine gute Kameraführung bietet.

Von der FSK-18-Fassung, die um zwei bis drei Minuten gekürzt worden ist, kann ich also nur abraten (Jugendschutz ja, auf jeden Fall, aber der Staat in Deutschland sollte endlich mit der Bevormundung von Erwachsenen und der Verschandelung von Kunstwerken aufhören. Das ist im benachbarten Ausland auch möglich, ohne dass die soziale Ordnung auseinanderfällt! Aber wenn Bürokratien und Behörden mit Arbeitsplätzen erst mal geschaffen worden sind, wird man sie nicht mehr los. Das ist der reale Horror, der Horror des Systems!). 

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: Disco-Gemetzel // unter Drogen gesetzte, zombieartige Opfer des Sammlers greifen das Team an // an die Wand genagelte Frau // Elena sitzt in der Kiste und schaut mit der Kamera aus einem kleinen Loch und sieht, wie jemand vom Sammler massakriert wird // ausgenommenes und amputiertes Opfer auf einer Liege // grotesk verstümmelte Körper in durchsichtigen, mit Flüssigkeit gefüllten Behältern

Bewertung: (7/10)