Mittwoch, 26. Juni 2013

Besessen - Der Teufel in mir



 

Besessen – Der Teufel in mir (OT: Devil Seed, Kanada 2012, Regie: Greg A. Sager)

Handlung: Alexandra kehrt gerade aus den Sommerferien zurück und wohnt wieder mit ihren Freundinnen Jessica und Breanne zusammen in einer WG. Nachdem sie am letzten Ferientag eine wilde Party gefeiert haben, lässt sich Alexandra dazu überreden, sich die Zukunft voraussagen zu lassen. Sie gehen zu einer alten Zigeunerin, die Alexandra aus der Hand liest. Doch dabei geht irgendetwas schief, Alexandra hat Visionen und fällt in Ohnmacht. Am nächsten Morgen kann sie sich an nichts erinnern. Doch bald wird klar, dass Alexandra von einem Dämon besessen ist...

Kritik: William Friedkins „Der Exorzist“ aus dem Jahre 1973, ein Schlüsselwerk des Besessenheitsfilms, rief eine Flut von Nachahmern hervor, Exorzistenfilme gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und bei der Klasse von „Der Exorzist“ überrascht es nicht, dass kaum einer das Niveau von Friedkins Film erreicht. So auch nicht Greg A. Sagers „Besessen – Der Teufel in mir“. Der Film bewegt sich von Anfang an auf durchschnittlichen und ausgetretenen Pfaden. Natürlich sind die drei Hauptdarstellerinnen schön anzusehen, und eine Sexszene gibt es auch gleich am Anfang. Alexandras Freund Brian poppt mit Breanne, die keinerlei schlechtes Gewissen hat und sich später auch noch über die Jungfräulichkeit von Alexandra lustig macht. Man muss nicht viel Horrorfilm-Erfahrung besitzen, um zu ahnen, wer hier die Bitch ist und als Erstes ein Opfer des Dämons werden wird. „Besessen“ schleppt sich auch sonst vorhersehbar dahin ohne wirkliche Überraschungen. Sager lässt kein Klischee aus, wenn er zeigt, dass Alex von einem Dämon besessen ist: ein Fernseher geht von selbst an, das Licht von selbst aus, ein Buch liegt nicht mehr dort, wo es vorher lag, ein anderes Buch fällt aus dem Regal, ein Luftzug, ein Dämon unter der Bettdecke, Kratzer und Verletzungen am Körper, eine metallisch klingende Dämonenstimme etc. Der Regisseur plündert stark und ungeniert bei ähnlich gelagerten Genre-Produktionen, aber er plündert recht gut, was den Film letztendlich rettet und doch noch ganz erträglich werden lässt. Eine bedrohliche Stimmung durchzieht „Besessen“ über weite Strecken und er hat einige ganz gute Szenen. Wer einen echten Exorzistenfilm erwartet, wird aber enttäuscht werden, denn die Auseinandersetzung zwischen Dämon und Priester dauert nur wenige Minuten und ist nicht Hauptinhalt des Films. Es handelt sich eher um ein Horrordrama mit der Figur der Alexandra im Mittelpunkt. Kritisieren lässt sich das hektische sowie etwas konstruiert wirkende Ende des Films. Alles in allem ist „Besessen“ ein durchschnittlich unterhaltsamer Horrorfilm nach herkömmlichen Mustern und Vorbildern, dem es aber nicht gelingt, der Besessenheitsthematik neue Aspekte abzugewinnen.

Bilder, die im Gedächtnis bleiben: Spiderwalk // Alex-Dämon schwebt im Zimmer // Alex-Dämon steht am Bett von Breanne // Alex-Dämon leckt den eigenen Urin auf

Bewertung: (5,5/10)